HIV – Die Entdeckung eines neuen Virus…

26 02 2008

AIDS wurde zum ersten Mal in den USA 1981 entdeckt. Das ein Retrovirus AIDS verursacht, wurde erst 2 Jahre später, im Jahre 1983 postuliert. Wissenschaftler vom Pasteur Institut entdeckten damals die Aktivität eines Enzyms aus einer Lymphknotenprobe eines Patienten, der an einer persistenten Lymphadenopathie. Das Enzym, eine Reverse Transkriptase, welches nachgewiesen wurde, kommt natürlicherweise nicht im menschlichen Körper vor. Die Reverse Transkriptase kommt nur in Retroviren und manchen DNA-Viren vor. Zuerst glaubte man, dass HTLV (human T-cell leukemia virus) AIDS verursacht, ein schon dazumal bekanntes Retrovirus. Der Vergleich der Symptomatik des HTLV und des neuen Virus ergaben jedoch ein ganz klares Indiz, dass das neue Virus nicht HTLV sein kann. Ein wichtiger Hinweis war, dass das neue Virus keine Transformation der Zellen bewirkte im Gegensatz zu HTLV. Dies musste teilweise revidiert werden, da eine Studie von 1999 (Mitsuasyu, R.) einen klaren Zusammenhang von Krebs in HIV-infizierten Personen feststellte. Dem Virus wurde danach HIV (human immunodeficiency virus) genannt.

Bis heute sind laut der WHO ca. 39 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert. Am schlimmsten ist die Situation in Zentralafrika, wo die Prävalenz bis zu 50% sein kann (Abschätzungen WHO). Retroviren sind aber keinesfalls eine neuzeitliche Erscheinung. Als das Genom des Menschen entschlüsselt wurde konnte beobachtet werden, dass ca. 8% des gesamten Genoms des Menschen sogenannte endogene retrovirale Sequenzen sind (ERV-L) und auf frühere Infektionen von Retroviren hinweisen [1]. Retroviren bauen ihr Genom in die DNA der Zelle ein. Dies ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb eine Therapie und Impfung das Virus nicht ganz eliminieren kann.

In den nächsten Blogeinträgen wird die Klassifizierung und Epidemiologie von HIV diskutiert.

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Quellen:

[1]    Bénit L et al. ERV-L elements: a family of endogenous Retrovirus-like elements active throughout the evolution of mammals. Journal of Virology 74; 3301-3308 (1999)

Levy J. HIV and the Pathogenesis of AIDS. 3th Edition; ASM Press; American Society for Microbiology

WHO, World Health Organisation Homepage


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