Virologie – Wissenschaft im Nanobereich

25 02 2008

Infektionskrankheiten werden immer bedeutsamer. Durch die erhöhte Mobilität unserer Gesellschaft können sich Infektionskrankheiten schneller verbreiten, was bei der SARS-Epidemie im 2002/2003 (Severe acute respiratory syndrome) sehr eindrücklich zu beobachten war. Auch das Eindringen in unerforschte Gebiete und das Abroden von Tropenwälder in Afrika und Südamerika sind mögliche Quellen für neue Infektionskrankheiten. Die Tropenwälder stellen für unzählige Tiere Lebensräume dar. Tiere sind in vielen Fällen Reservoire für humanpathogene Viren, So zum Beispiel Fledermäuse für Tollwut, Anopheles-Mücken für Malaria oder Schimpansen und Gorillas für HIV.

Viren sind nach Prionen die kleinsten pathogenen “Partikel”, die zum Teil letale Infektionen hervorrufen. Ihre Grösse schwankt zwischen 25nm (Picornaviren) bis 350nm (Pockenviren). Die Erbinformation besteht aus DNA oder RNA. Sie besitzen keinen eigenen Metabolismus und benötigen dazu die Metabolismen der Zelle um sich vermehren zu können. Der Infektionsort einer Viruserkrankung kann an verschiedensten Orten (z.B. Neuronen, T-Zellen, Makrophagen, Darmzellen, Genitalien, etc.) stattfinden.

Viren haben in ihrer Evolution verschiedenste Strategien gebildet um den Körper und dessen Abwehr zu umgehen. Retroviren (vor allem Lentiviren) gehen in eine latente Phase über. Das ist auch bei Herpesviren zu beobachten. Papillomaviren bilden zum Beispiel Warzen, damit immer genügend Epithelzellen vorhanden sind und sich die Viren ungehindert vermehren können. Die Vielfalt dieser Strategien ist beachtlich und ist fast immer auf verschiedenste Gene der Viren zurückzuführen.

Die Vergangenheit und auch die Gegenwart haben gezeigt, dass Viruserkrankungen erhebliche Auswirkungen haben können und ganze Pandemien auslösen können (z.B. Grippe oder HIV). Der grösste Schutz gegen Erkrankungen bieten zurzeit Impfungen, aber auch Interferone (Hepatitis). Teilweise sind virale Infektionen nur durch antivirale Therapien behandelbar, aber in vielen Fällen nicht heilbar (z.B. HAART bei HIV).


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